Im Februar 2005 erschien das erste Buch von unserer Dosi.
STRANDGEFLÜSTER, DIE SPURENSUCHE
von Bigi Schulz; 2005; Bonn
ISBN 3-937034-82-X
Verlag, Herstellung und Vertrieb: pro literatur Verlag, Mammendorf.
__Über die Autorin__
Bigi Schulz, geboren mit sechs Fingern und sechs Zehen im November 1965 in Remscheid, im zarten Alter von drei Jahren nach Bonn ins Rheinland verbracht, probierte Berlin, testete Kassel und kehrte immer wieder zurück an ihren Rhein, zu ihrem Beuel. Nachdem die sechsten Zehen lediglich den Zweck erfüllten, den geplagten Eltern den Schweiß auf die Stirn zu treiben, während sie in niegelnagelneue Schuhe seitlich Löcher hinein schnitten, waren die sechsten Finger vielleicht schon ein erstes Zeichen für eine ausgeprägte Schreiblust. Die Finger, die nie richtig ausgebildet waren, wurden operativ entfernt, die Schreiblust nicht.
Du hast eine furchtbare Handschrift Kind, das sieht aus, als hätte ein Schwein den Stetz durch Tinte gezogen!
Diesen Satz hörte Bigi Schulz im Grundschulalter immer und immer wieder von ihrer Mutter. Das änderte sich im Alter von Zehn, als Bigi nicht nur begann zu schreiben, sondern auch Wert auf eine leserliche Handschrift legte, denn sie wollte nicht weiter nur für sich schreiben.
Heute mit fast vierzig Jahren blickt die Autorin auf viele handgeschriebene Seiten in der Schublade zurück, auf ein paar wenige veröffentlichte Weihnachtsgeschichten, viele Gedichte und Geschichten, die sie für andere schrieb und mit viel Aufregung in ihr erstes richtiges Buch.
Es ist nicht, wie es scheint. - Es ist - wie ich bin.
Das ist das Lebensmotto von Bigi Schulz, deren Geschriebenes in Umschläge, Kisten und Schubladen passt, sie sich aber in keine Schublade stecken lässt.
__Inhaltsangabe__
Strandgeflüster, die Spurensuche ist eine Geschichte von Bigi Schulz über eine Suche, wie sie einem im Leben immer mal wieder passiert, nur dass man sie vielleicht nicht als Solche wahrnimmt.
Schon mit den ersten Zeilen der Geschichte, katapultiert die Autorin ihren Leser in die Gedankengänge der Hauptperson, in deren Gefühlswelt. Erste Fragen, die sich die Hauptperson stellt, suchen nach Antworten, die Suche hat begonnen.
In einem Zustand des ständigen Brainstormings verfolgt die namenlose Person ihr Ziel. Sie bewegt sich über eine ihr scheinbar vertraute Strandkulisse, blickt in ihre Vergangenheit, ohne über ihre Herkunft eindeutig Auskunft zu geben, erlebt die Gegenwart und damit verbunden das eine oder andere kleine Abenteuer. So kommt sie zum Beispiel auf den Hund, lernt die Kindeskinder Hitchcocks wohl berühmtester Darsteller hautnah kennen und verzweifelt scheinbar an der Weisheit einer 91jährigen Gastwirtin.
Die Autorin nimmt ihren Leser an die Hand, empfiehlt ihm sich der Schuhe zu entledigen und sucht mit ihm gemeinsam, barfuß, am Strand des Lebens. Wen oder was? Das verrät dem rätselnden Leser das Ende der Geschichte.
__Das Vorwort__
Es ist nicht, wie es scheint. - Es ist - wie ich bin.
Ein Leben ist immer auch eine Suche. Sei es die Suche nach dem großen Glück, nach Spuren aus der Vergangenheit, nach dem großen Geld, oder einfach nach dem Sinn des Lebens.
Diese Suche, die ich hier in diesem Buch beschreibe, wurde von vielen liebenswerten Menschen begleitet. Diese Menschen machten mir Mut, gaben mir Hoffnung und zeigten mir, dass sie an mich glauben.
Strandgeflüster, die Spurensuche
ist all diesen Menschen gewidmet und denjenigen, die selbst auf der Suche sind. Sich verirren ist menschlich, stolpern ist normal und auch hinfallen ist erlaubt. Aber bitte steht immer wieder auf - Es lohnt sich!
STRANDGEFLÜSTER, DIE SPURENSUCHE
Eine Geschichte, über eine Spurensuche im Meer des Lebens. Notierte Gedankenwellen, die am Strand flüsternd auflaufen.
__Die Geschichte beginnt__
Irgendwo hier musste sie doch sein. Sie kam immer hier her, wenn es ihr nicht gut ging. Hier konnte sie abhängen. Hier konnte sie ihre Gedanken abhängen, vor ihrem Kummer fort laufen. Hier konnte sie ihre Traurigkeit begraben oder ertränken. Das hat sie immer so gemacht. Aber ich konnte sie nirgends entdecken. Keine verräterischen Spuren. Keine Merkmale ihres Daseins. Der Sand scheint unberührt und erstreckt sich in gleichmäßigem Beigeweiß entlang des Wassersaums. Das Meer schweigt sich aus. Es ist eben ihr perfekter Geheimnisträger. Darum liebt sie dieses Fleckchen Erde so sehr. Hier wird sie nicht verraten. Vielleicht finde ich eine Spur von ihr in den Dünen? Irgendwo?
Natürlich schweigen auch die Dünen. Nichts konnte ich entdecken, was für ihre Anwesenheit hier gesprochen hätte. Saftig grünes Schilf und zarte Gräser wiegen sich im Wind, halten fest in ihrem sandigen Untergrund und bieten jedem Schutz, der diesen hier sucht. Kleine Käfer und Spinnentierchen eilen zwischen den Gräsern umher, ein leeres Nest zeugt von einer erfolgreichen Familienplanung und hofft auf die Heimkehr der Eigentümer im kommenden Jahr. Der Sand unter meinen Füßen ist von der Sonne gewärmt und mit jedem Schritt fürchte ich, in ein tierisches Wohn- oder Esszimmer zu treten, Futterstraßen zu zerstören oder einfach nur Unruhe in die Stille zu bringen. ...
__Leseprobe 01 - Seite 29__
Die Morgendämmerung wurde abgeschafft und ich bin ab den Kniegelenken gelähmt. So zumindest fühlte ich mich, als ich vor wenigen Augenblicken die Augen öffnete und über die Sanddecke hinweg in ein tiefes Schwarz blickte. Halb Sieben und noch immer stockdunkel. Ich werfe einen vorwurfsvollen Blick in Richtung Mond. Zwar bin ich ihm ziemlich hörig, aber alles gut finden, was so mit ihm zusammen hängt muss ich ja nicht, oder? Meine Knochen sind schwer und ich mache meinem zweiten Vornamen "Verspannt" alle Ehre. Wenn ich mich ja nur trauen würde ein Feuerchen anzufachen, dann würde ich mich morgens vielleicht nur halb so gerädert fühlen. Nein, hier an dem Strand, diesem weitestgehend unberührten Stückchen Natur verzichte ich lieber darauf. Die Drehung in die Rückenlage, um mich anschließend zum Frühstückskippchen aufzusetzen, scheitert an dem lähmenden Gefühl in beiden Unterschenkeln. Ich bin mir relativ sicher, gestern noch zwei Waden und zwei Füße vor dem Schlafengehen gehabt zu haben. Meinen Kopf wiege ich ein wenig hin und her und lasse ihn kreisen, um die Steife aus den Halswirbeln zu bekommen. Vorsichtig tätige ich einen Schulterblick. "Nanu? Wer bist du?" ...
__Leseprobe 02 - Seite 83/84__
Wo versteckt sich Alfred, und womit haben wir diesen wunderbaren Spätsommerherbstnachmittag verdient? Ein Surren von Kameras ist zwischen dem Meeresrauschen und dem Kreischen der Möwen nicht auszumachen. Außerdem ist Hitchcock doch schon tot, oder? Selbst Dune ist verunsichert und weicht mir nicht mehr von der Seite. Das Interesse an der Möwenjagd scheint bei der Feindesheerschar für heute gebrochen. Mindestens dreißig Möwen tippeln unentwegt auf dem Dach auf und ab. Vor dem Fenster auf der angedeuteten Brüstung sitzen vier stattliche Exemplare, deren wirre Blicke und gigantischen Schnäbel mir ein klein wenig das Blut in den Adern gefrieren lassen. Ich habe als Kind wirklich zu viel Fernsehen geschaut. Unentwegt blicke ich aus dem Fenster und versuche auszumachen, ob sich vielleicht auch Dohlen und Krähen irgendwo versammeln. Dabei habe ich nicht die geringste Ähnlichkeit mit Tippi Hedren. Auch halte ich mir keine Zebrafinken. So süß die kleinen Kerlchen auch sind, sie gehen einem auf die Nerven. Wie Gameboys im Dauerloop, piepen sie sich einen zurecht und der Unterschied zu meinem Tinitus ist nur sehr gering. Auf den Stufen rund um den Bau sammeln sich weitere Möwen. So ganz aus der Nähe betrachtet, sind es wirklich monströse aber bildschöne Tiere. Trotzdem lege ich auf eine weitere Bekanntschaft keinen wirklichen Wert. Es ist verwunderlich, wie nahe sie einem Menschen kommen. Dabei habe ich gar kein Schild herausgehängt: "Heute frischer Fisch!". Bei mir gibts nur noch einen Rest Kartoffelsalat, und das ist mein Rest, den ich auch mit niemandem teilen werde. So richtig interessiert an mir oder dem Hund scheinen sie aber auch nicht zu sein. Sie hocken oder stehen herum und blicken auf das Meer hinaus, als würden sie auf ein Zeichen warten. ...
__Leseprobe 03 - Seite 119__
Ich habe Angst dieser Herausforderung nicht gewachsen zu sein. Ich habe Angst am Ende dazustehen mit vielen Fragen, auf die es vielleicht gar keine Antwort gibt. Doch keimt auch die Hoffnung auf, dass ich somit wieder näher an das Ziel herankomme. Der Nordweststurm konnte sich bislang immer nur bilden, wenn er eine Plattform zum Ausbreiten erhielt. Ob er sie erhält oder nicht, liegt in meiner Macht, in meinen Gefühlen und in meinem Denken. Los, dann komm doch. Zieh auf Sturm, ergreife Besitz von meinen Gehirnwindungen und wehe mich zur nächsten Fährte. Ist das dein Sinn? Mir die Spuren zu zeigen, die nach Irgendwo weisen? Dann weise mich ein. Irgendwo? ...
Von jedem verkauften Strandgeflüster, die Spurensuche dieser Auflage, gehen zwei Euro an den Verein Unawatuna-Hilfe e.V.
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plv
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StrandGeflüstert